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Menschen sehen Natur auf verschiedene Art und Weise und haben einen unterschiedlichen Bezug zur Natur. Die Biodiversitätspolitik könnte diese unterschiedlichen Naturperspektiven und Motivationen, mit welchen sich Menschen um die Natur zu kümmern, besser nutzen. Dies ist auch nötig – denn um den Verlust der Biodiversität zu stoppen, braucht es ein erhöhtes Engagement von Bürgerinnen und Bürgern wie auch von der Privatwirtschaft. Für den Nature Outlook hat die PBL Netherlands Environmental Assessment Agency vier ‚Perspektiven’ auf die Natur im Jahr 2050 untersucht. Das Ziel: eine Grundlage zu schaffen für die Agenda der Biodiversitätspolitik der EU und ihrer Mitgliedstaaten nach 2020.

Hinter der Arbeit mit ‚Perspektiven’ steht die Überlegung, dass die Erweiterung des Konzepts ‚Natur’ zu einem verstärkten Engagement von Bürgerinnen und Bürgern wie auch der Privatwirtschaft führen könnte, welches der Natur zugute kommt. Die Perspektiven decken die wichtigsten Werthaltungen gegenüber dem Naturschutz ab und beschreiben, was Menschen unter Natur verstehen.

Die vier Perspektiven sind:

• Strengthening Cultural Identity – Menschen fühlen sich mit lokaler Natur und Landschaften verbunden
• Allowing Nature to Find its Way – Menschen erachten die dynamischen Naturporzesse als wichtig
• Going with the Economic Flow – die Natur passt zu den individuellen Lebensstilen der Menschen
• Working with Nature – im Zentrum steht die optimale, langfristige Erbringung von Ökosystemleistungen.

Diese Perspekiven helfen, Argumente zu strukturieren, und sie inspirieren – aber sie dürfen nicht alsPlan für die Zukunft angesehen werden. Im Gegenteil: Es wird eine Herausforderung sein, die individuellen Perspektiven so zu kombinieren, dass sich der Schutz der Natur mit anderen gesellschaftlichen Zielen verbinden lässt und schlussendlich eine breite gesellschaftliche Unterstützung für die Biodiversitätspolitik erreicht werden kann.

Der gleiche Ansatz war zuvor in den Niederlanden erfolgreich angewendet worden; der Bericht hierzu erschien 2012. Die europäische Version wurde auf Anfrage niederländischen Regierung ausgearbeitet und wird anfangs 2017 publiziert. Die Verdeutlichung der Naturperspektiven könnte in eine facettenreiche politische Vision münden, welche anerkennt, dass Menschen die Natur unterschiedlich sehen, wahrnehmen und definieren. Nicht nur, um sie zu erhalten und zu schützen, sondern auch um sie zu geniessen, zu teilen und zu nutzen.